Von 2023 bis 2030 beteiligt sich Kristi Viiding als externe Expertin am Forschungsprojekt der Universitäten Bonn, Heidelberg und Trier „Gesamtausgabe der Werke Paul Flemings in lateinischer und deutscher Sprache mit Übersetzung lateinischer Texte“.

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Forschungsgruppe (DFG-Projekt 468346613, 2022–2030) lud Kristi Viiding, leitende Forscherin am Under und Tuglas Literaturzentrum der Estnischen Akademie der Wissenschaften, als Beraterin für Fragen im Zusammenhang mit der frühneuzeitlichen baltischen Literatur ein. Ziel des Projekts ist eine hybride Ausgabe der lateinischen und deutschen Werke des bekannten frühbarocken deutschen Dichters und Neostoizisten Paul Fleming (1609–1640), die neben den Originaltexten auch Übersetzungen der lateinischen Gedichte, einen umfassenden Kommentar und Register enthält. Die Publikation besteht aus einer Buch- und Digitalausgabe nach dem Single-Source-Publishing-Prinzip und ersetzt die bisher grundlegende Papierausgabe von 1865.

Fleming war einer der zentralen Lyriker Europas im 17. Jahrhundert, der im Geiste Martin Opitzens die alte und gelehrte lateinische Dichtungstradition mit der deutschen Dichtungskultur verband. Seine Texte spiegeln die literarische, wissenschaftliche und konfessionelle Polemik der 1620er und 1630er Jahre wider. Angesichts der Vielfalt von Flemings Studien- und Arbeitsorten sowie der Vielzahl von Bereichen, in denen er tätig war – von der Medizin und Geographie bis zur Dichtkunst – und seiner Reisen durch Estland und Livland, seines langen Aufenthalts in Reval und seines Einflusses auf die lokale Literaten wird die vorliegende Ausgabe ein breiteres Bewusstsein und eine bessere Zugänglichkeit von Forschungsergebnissen zur literarischen Kultur der frühen Neuzeit im Baltikum schaffen. Diese Zugänglichkeit wird sowohl dem Under und Tuglas Literaturzentrum als auch anderen estnischen Wissenschaftlern von Nutzen sein.

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